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Ausstellung Yad Vashem. Shoa - die Zukunft braucht Erinnerungen

Datum:

Fr, 02.03.2018 - Sa, 30.06.2018

Ort:

Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen
Baetznerstr. 92
75323 Bad Wildbad

In der Landesakademie Bad Wildbad werden ab März drei Ausstellungen zu sehen sein, welche die Erinnerung an den Holocaust wach halten wollen.

Die Landesakademie in der Baetznerstraße in Bad Wildbad ist für Besucher der Ausstellung an Werktagen von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Ausstellungsteile auch in der evangelischen Kirche Bad Wildbad und in der Volkshochschule Calw zu sehen sein.

Die Vernissage zur Ausstellung „Yad Vashem“ findet am 2. März 2018 um 19:00 Uhr in der Landesakademie statt. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und die interessierte Bevölkerung sind zu dieser feierlichen Ausstellungseröffnung sehr herzlich eingeladen. Anna Stocker, Referentin an der internationalen Schule für Holocaust-Studien in Yad Vashem (Israel), ist zu dieser Vernissage eingeladen und wird den Besuchern Einblicke in ihre Forschung und Dokumentation in Yad Vashem geben. Die Gruppe Maseltov bildet den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung und führt die Gäste ein in jiddisches Liedgut mit fröhlichen und melancholischen Melodien.

Die Ausstellung mit dem Titel „Yad Vashem“ fühlt sich der gleichnamigen Gedenkstätte in Israel verbunden, welche seit ihrer Gründung im Jahre 1953 an die Shoah erinnert. Sie zeigt, dass die Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist. Die Erinnerung an den Völkermord an den europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus kann und soll handlungsweisend für die Gegenwart und gestaltend für die Zukunft sein. „Yad“ bedeutet Denkmal. Hinter diesem Denkmal verbergen sich Namen (=„Shem“) sowie Gesichter und Personen, welche in der in Bad Wildbad gezeigten Ausstellungstrilogie zu Lebensgeschichten werden.

Die erste Ausstellung „Kein Kinderspiel“ stellt die jüdischen Kinder in den Mittelpunkt. Eineinhalb Millionen Kinder wurden im Nationalsozialismus ermordet. Die Kindheit derer, die überlebten, wurde durch den Holocaust  abrupt beendet. In vielen Fällen waren diese Kinder gezwungen, Verantwortung zu übernehmen, sich selbst und die Familie zu ernähren, gleichzeitig waren sie die Stütze und die Hoffnung. Das Kindsein konnte in einer solchen Situation nicht mehr gelebt werden und doch waren da Wünsche, Träume und Hoffnungen dieser jungen Menschen, welche sich kreativ Ausdruck verschafften und die in dieser Ausstellung zu sehen sind. „Besa“ ist ein Ehrenkodex und bedeutet in Albanien Verlässlichkeit und gegenseitiges Vertrauen. Dieser zweite Teil der Ausstellung bezieht sich auf die Zeit der Besetzung Albaniens durch die Deutschen im Jahre 1943, in der sich muslimische Albaner weigerten den Besatzern eine Liste mit den Namen der in Albanien lebenden Juden auszuhändigen. Stattdessen versteckten diese Albaner die jüdischen Familien. Dieser mutige Widerstand gegenüber den deutschen Besatzern führte zur Rettung der albanischen Juden. Die Ausstellung „Besa“ zeigt darüber hinaus wie die Albaner zudem den Flüchtlingen aus Italien Zuflucht schenkten.

Die dritte der Ausstellungen „Gerechte unter den Völkern“ wird ab Mai 2018 in der Landesakademie zu sehen sein. Auch in dieser Ausstellung geht es um eine Minderheit mutiger Menschen, die sich selbst in Lebensgefahr brachten, um Juden vor Deportation und Ermordung zu retten. Gewöhnliche Menschen, die aus politischer, ideologischer oder religiöser Überzeugung spontan oder wohl überlegt handelten, werden in dieser Ausstellung zum Thema gemacht.

Die Landeakademie engagiert sich in der Lehrkräftefortbildung für Yad Vashem, um einen Beitrag zum Gedenken, zur Dokumentation und in der Erziehung zu leisten. Seit zwei Jahren besteht eine  Kooperation der Landesakademie mit Yad Vashem und so suchte eine Gruppe von Lehrkräften zuletzt im Herbst 2017 die Gedenkstätte in Israel auf, um die Erinnerung an die Shoah in unseren Schulen wach zu halten.

Die Vernissage am 2. März 2018  bildet den Abschluss eines ereignisreichen Yad-Vashem-Fachtages für Fachberater und Lehrkräfte der Region, welcher in Kooperation mit den Schuldekanatsämtern Calw, Nagold und Neuenbürg sowie mit dem Staatlichen Schulamt Pforzheim durchgeführt wird.

Des Weiteren  werden von April bis Juni  weitere kulturelle Veranstaltungen von der Projektgruppe „Spurensuche jüdischen Lebens in Bad Wildbad“ durchgeführt. Ansprechpartner sind hier Diakonin Beate Kunz und Dr. Marina Lahmann vom Stadtarchiv.

Artikel: Ulrike v. Altrock / Foto: Bernd Schinko, Gedenkstätte Yad Vashem, Israel