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Erster Wagen der neuen Sommerbergbahn in Bad Wildbad eingetroffen

Aufheben des ersten neuen Wagens der Sommerbergbahn an der Bätznerbrücke in Bad Wildbad
Aufheben des ersten neuen Wagens der Sommerbergbahn an der Bätznerbrücke in Bad Wildbad

"Schick sieht er aus, der neue Wagen der Sommerbergbahn", so das einmütige Urteil der fast 500 Besucher, die am gestrigen Abend gespannt auf das Eintreffen des Schwertransporters aus der Schweiz warteten. Die Stadt hatte dem Neuling einen würdigen Empfang bereitet. Mit Blasmusik und einer Hocketse nahm die Bad Wildbader Bevölkerung ihre Bergbahn in Empfang. Heute Morgen wurde der Wagen auf die Schienen gesetzt. „Ein technisches Meisterstück“, so der Chefplaner der Sanierung der Sommerbergbahn, Hili Manz.

Schon die Sanierung der Sommerbergbahn war ein Nervenkrieg sonders gleichen. Ursprünglich mit 6,5 Mio. € kalkuliert, bereitete die Maßnahme dem Bürgermeister der schmucken Stadt im Schwarzwald enormes Kopfzerbrechen. „Wir hätten uns allein diese Maßnahme nie leisten können und haben letztendlich in Bad Wildbad vom Konjunkturpaket profitiert“, so Bürgermeister Klaus Mack. 2,15 Mio. € erhält die Stadt aus dem Topf „Nachhaltige Tourismusinfrastruktur“, der eigens aufgrund der Wirtschaftskrise aufgelegt wurde. 1,85 Mio. € kommen aus dem Ausgleichstock für finanzschwache Kommunen. „Die Bezuschussung ist eine gute und richtige Entscheidung des Landes“, so Klaus Mack, „schließlich erfüllt die Bahn überregionale Funktion“.

Über 300.000 Fahrgäste kann die Sommerbergbahn jährlich verbuchen. Für die Stadt bedeutet die Finanzierung der Restmittel trotzdem eine große Herausforderung. So werden sich die Fahrpreise erhöhen, um mehr Einnahmen zu generieren. Eine Fahrt wird drei Euro kosten, für Familien wird es günstigere Tarife geben.

Die Bergbahn stellt ein wichtiges Standbein der Stadt im Tourismus dar. Sie erschließt den Sommerberg, der sich mit dem Bikepark und seinen Downhillstrecken europaweit einen Namen gemacht hat. Vom Sommerberg aus erreicht man bequem die geschützten Hochmoore am Kaltenbronn. Und eine Einkehr in der bekannten Grünhütte darf natürlich fehlen, denn der Heidelbeerpfannkuchen gilt unter Kennern als Geheimtipp.

Ein Investor baut auf dem Sommerberg im Moment ein Ausflugslokal direkt an der Bergstation. Der „Auerhahn“ wird über einen großen Biergarten verfügen und rundet damit die Investition der Stadt ab. Bad Wildbad steht nun in den Startlöchern für den Endspurt der Baumaßnahme. Die Zeit drängt, schließlich verzeichnete die Stadt ohne Bergbahn fast 60.000 Besucher weniger. Außerdem müssen die Konjunkturmittel bis Ende August abgerechnet sein.

Chefplaner Hili Manz bestätigt, dass nach der Ausschreibung normalerweise 12 Monate Bauzeit nötig sind: „In Bad Wildbad musste alles in acht Monaten über die Bühne gehen“. Der Schweizer Seilbahnexperte hat schon auf der ganzen Welt Bergbahnen gebaut. Es folgen nun die technischen Einbauten und der Probebetrieb. Der gefährlichste und damit spannendste Augenblick. Ende September wird die Freigabe des Landesbergamtes erwartet – wenn alles glatt läuft. Doch davon gehen die Verantwortlichen in Bad Wildbad aus. Und planen bereits fleißig das Eröffnungswochenende vom 01. -03. Oktober. Mit einem attraktiven Programm und einer neuen Sommerbergbahn. Letztmals zum „alten Tarif“: eine Fahrt wird dann lediglich einen Euro kosten.

Informationen erteilt:

Bürgermeister Klaus Mack
Stadt Bad Wildbad
Kernerstraße 11
75323 Bad Wildbad
Tel. 07081 930-100
klaus.mack@bad-wildbad.de

Eckdaten Wagen:

  • Gewicht der neuen Wagen: 12 Tonnen (alt: 12.5 Tonnen)
  • Länge der neuen Wagen. 12.4 Meter (alt: über 13 Meter)
  • Breite der neuen Wagen: 2.6 Meter (alt: ebenso)
  • Höhe der neuen Wagen: 3.4 Meter (alt: 3.2 Meter)
  • Anzahl Abteile 4 (alt: 6, dafür kleiner)
  • Die neuen Wagen sind vom Volumen her etwas kleiner als die alten, bieten mehr Komfort und lassen eine flexible Personenflusssteuerung zu. Durch die kleinere Bauweise konnten Kosten gespart werden. Der `Platzverlust` kann im Bedarfsfall mit einer höheren Geschwindigkeit wettgemacht werden. Im Normalfall soll die Fahrt aber weiterhin mit reduzierter Geschwindigkeit genossen werden können. 

 

ALT

NEU

BEMERKUNG

Fahrbahnlänge

738 m

738 m

Trasseegeometrie und Linienführung bleiben bestehen

Höhendifferenz

291 m

291 m

 

Schienenneigung Tal

20°

20°

 

Schienenneigung Berg

29°

29°

 

Fahrgeschwindigkeit

0 - 4 m/s

0 - 7 m/s

Dem jeweiligen Bedarf angepasst.

Wagenkapazität

100 Personen

75 Personen

 

Förderleistung pro Stunde in einer Richtung

~ 700 Pers./h

~ 1.000 Pers./h

Jetzige Bahn erreicht theoretische Förderleistung nicht mehr

Personalbestand für Betrieb

min. 2

min. 1

Bei Bedarf und auf Wunsch können weiterhin Gästebegleiter in den Fahrzeugen eingesetzt werden

Restlebensdauer
(Durchschnittswert)

10 Monate

30 Jahre

Stationen und Unterbau Trassee unterer Teil können über weite Strecken wiederverwendet werden.

Seildurchmesser

41 mm

40 mm

 

Nennleistung

170 kW

320 kW