Zum Menü

Rossini in Wildbad
Belcanto Opera Festival

Das Opern- und Musikfestival ROSSINI IN WILDBAD wurde 1989 zur Erinnerung an einen denkwürdigen Kuraufenthalt von Gioachino Rossini 1856 gegründet. Seit Ende 1991 steht es unter der künstlerischen Leitung von Jochen Schönleber, der später auch die Funktion des Intendanten erhielt. Anfangs firmierte es mit dem Untertitel Das musikalische Sommerfest. Seit vielen Jahren heißt es nun mit internationalem Untertitel Belcanto Opera Festival. Das Festival ist weltweit bekannt für seine Neuentdeckungen im Belcanto-Opernrepertoire und für seine Sängerentdeckungen, die zu zahlreichen CD-Produktionen mit Referenzcharakter geführt haben.

Das Festival wird von der Stadt Bad Wildbad veranstaltet. Es erhält Unterstützung vom Land Baden-Württemberg und vom Landkreis Calw. Hauptsponsor ist die AWG Kreis Calw.

Pesaro ist das Bayreuth Rossinis in Italien und Wildbad sein deutscher Wallfahrtsort

So schreibt jedenfalls die FAZ (Jürgen Kesting) im Jahr 2008. 1989 gegründet, hat sich das "musikalische Sommerfest" im deutschen Südwesten, das seit 1992 unter der künstlerischen Leitung von Jochen Schönleber steht, in wenigen Jahren einen internationalen Ruf erarbeitet für die Entdeckung junger Stimmen, unbekannter Werke der Belcanto-Zeit und neuer Werke von Gegenwartskomponisten. Seit 2001 firmiert es als Belcanto Opera Festival.

Die Zusammenarbeit mit dem SDR und dem SWF, später SWR sowie mit dem DeutschlandRadio Kultur trug Früchte. Etliche denkwürdige Aufführungen sind für CD eingespielt, z.B. L'equivoco stravagante, La Cenerentola, L'inganno felice, La donna del lago (Dirigent Alberto Zedda), La pietra del paragone, Torvaldo e Dorliska (Dirigent Alessandro de Marchi) (alles NAXOS), Ciro in Babilonia, Mosè in Egitto, Otello (Dirigent Antonino Fogliani), aber auch Pezzi sacri (Dirigent Gabriele Bellini†) (bei Bongiovanni). Zahlreiche Spitzensänger der jungen Generation haben in Wildbad mit wichtigen Rollen debütiert, darunter so klangvolle Namen wie Pavol Breslik, Michael Spyres, Olga Peretyatko, Jessica Pratt.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Entdeckungen anderer Komponisten der Rossini-Zeit: Simon Mayr L'amor coniugale (Dirigent Christopher Franklin, NAXOS) Saverio Mercadante Don Chisciotte und I Briganti (Dirigent Antonino Fogliani, NAXOS), Michele Carafa I due Figaro (Dirigent Brad Cohen, DVD Bongiovanni) oder insbesondere Meyerbeer Semiramide (Dirigent Richard Bonynge CBE, NAXOS) und von Saverio Mercadante die packende Schiller-Vertonung I briganti (Dirigent Antonino Fogliani, NAXOS) sind hier zu nennen.

Mit der ersten CD-Einspielung von L'equivoco stavagante (2000) unter Alberto Zedda wurde dieses Werk zum Repertoire-Stück. Belcanto-Star Joyce DiDonato sang in Cenerentola (2004) erstmals auf einer CD eine Hauptrolle. Die Aufnahme gilt noch heute als vorbildlich. Aiuch Mosè in Egitto (2006) mit Lorenzo Regazzo in der Titelrolle (Dirigent Antonino Fogliani) gilt als beispielhafte CD.  2008 wurde L'italiana in Algeri mit Marianna Pizzolato, Lawrence Brownlee, Lorenzo Regazzo und Bruno de SImone unter der Leitung von  Alberto Zedda in einer musterhaften Einspielung für NAXOS vorgelegt.

In Zusammenarbeit mit internationalen Größen wie Alberto Zedda, Raúl Giménez u.a. hat ROSSINI IN WILDBAD ein Ausbildungsprogramm etabliert, das seit 2004 zu einer Schule des klassischen Belcanto weiter entwickelt wird. Der Gedanke ist bestechend: Parallel zu den Proben von Opernprojekten mit Meistern des Fachs erhalten junge SängerInnen Kurse zu Stilistik und Geschichte des Belcanto, arbeiten mit den Stars des Metiers und kenntnisreichen Lehrern. Die Schule des klassischen Belcanto oder Akademie BelCanto (ABC) soll bei jungen Sängern und Dirigenten das Bewusstsein für die Dimensionen der menschlichen Stimme schärfen und bei der Verfeinerung des Stils helfen.

Die Finanzkrise hat aber auch ROSSINI erreicht, so dass das Programm im Jahr 2009 stark eingeschränkt war. 2010 erlebte es eine triumphale Auferstehung, als in Zusammenarbeit mit der neugegründeten Akademie Concertante Barcelona von Raúl Giménez eine stilistisch ausgefeilte und vokal hochklassige Cenerentola-Produktion (Serena Malfi, Edgardo Ramirez, Bruno Praticò) erarbeitet werden konnte. Die Zusammenarbeit wurde 2011 mit Il Turco in Italia fortgesetzt. Für 2012 hat Raúl Giménez drei Konzerte und die Oper Adina mit jungen Solisten vorbereitet. Im Jahr 2013 stand das XXV. Festival ganz im Zeichen von Wilhelm Tell.